Sonntag, 1. Januar 2012

[Rezension] Lisa Schroeder - In Liebe, Brooklyn

Autor: Lisa Schroeder
Titel: In Liebe, Brooklyn
Verlag: Loewe
Umfang: 428 Seiten
ISBN: 978-3-7855-7057-9
Preis: 13,95€ (Hardcover)
Wertung: 5 von 5 Punkten



Inhalt:
Lieber Lucca,

ich vermisse dich.
Ich vermisse deine Augen
und die Liebe darin.
Ich vermisse deine Arme um mich.
Ich vermisse, wie geborgen
ich mich gefühlt habe bei dir.
Ich vermisse dich, Lucca.
Ich werde dich vermissen,
mein Leben lang.

In Liebe,
Brooklyn
(Quelle: Loewe-Verlag)


Meine Meinung:
Also diesmal gliedere ich meine Rezension etwas stärker, da es meiner Meinung so einiges zu diesem kleinen, aber durchaus feinem Buch zu sagen gibt.

Zuerst mal zum Schreibstil, denn dieser ist meiner Meinung nach das auffälligste an diesem Buch. Das komplette Buch besteht aus Versen. Aus der Sicht von Brooklyn und Nico wird meistens auf einer Seite  (manchmal auch 2-3 Seiten) in Versform die Geschichte, um den Tod von Lucca und den Verlauf der Annäherung von Brooklyn und Nico, erzählt. Die Seiten sehen jeweils aus wie aus einem Tagebuch und oben an der Seite wird der Wochentag, das Datum und der Name von demjenigen angegeben aus dessen Sicht erzählt wird. Zwischendurch kommen zu Anfang noch häufiger, als gegen Ende des Buches Briefe vor. Diese Briefe werden aus Brooklyns Sicht verfasst, die sie jeweils an den verstorbenen Lucca richtet. Anhand der Nummerierung, die wiederum oben angegeben wird, kann man erkennen wie häufig sie Lucca schreibt und wie die Briefanzahl im Laufe des Buches abnimmt. Die Versform ist meiner Meinung nach soooo besonders, da auch mit der Stellung der Wörter gespielt wird...und da muss ich euch einfach ein/zwei Beispiele zitieren.

1)

"Ich lasse alles
 raus,
 lasse alles
 los,
 lasse mich
 gehen
 und
 ich

t                                    n                                    e"   (S. 232)
              a                                       z

2)

Ich höre ihm zu
und versuche, alles zu verstehen.
Er legt sein Herz offen auf den Tisch.
                                                            Für mich.

Ich kann kaum glauben,
dass er das, nach allem,
was war, wirklich will.
                                                            Mit mir. (S.393)



Dann zu den Personen, die eigentlich hauptsächlich aus Luccas Eltern, seinem Bruder Nico und Brooklyn, seiner Freundin und deren Familie bestehen. Das ganze Buch wird jeweils aus Nicos und Brooklyns Sicht berichtet und durch Brooklyns Briefe an Lucca. Durch die Ich-Form kann man sich in die Gefühle der Personen hineinfühlen und auch die Worte passen perfekt zur Form wie sie dargestellt werden. Auch dazu will ich ein Beispiel anführen:

1)

Und wir springen zusammen.

So
            weit
                         es 
                                     geht. (S.426)


Auch die Handlung hat es in sich. Es ist mal kein Fantasy - mein bevorzugtes Genre - nein, es geht um die Trauer und den Schmerz, den man nach dem Verlust eines geliebten Menschen empfindet. Die Angst und Einsamkeit und der Weg aus diesem Sumpf von Gefühlen. Es geht darum, die Wahl zu haben zwischen dem Tod oder einem neuen Leben, auch wenn es ohne den geliebten Menschen ist, muss man wieder anfangen zu leben. Diese Gefühle und den Schmerz drückt Lisa Schroeder so wahrhaftig und berührend aus, dass man einfach mitfühlen muss. Auch die bedeutende Nachricht, die uns die Autorin mit diesem Buch schickt, macht es zu einem so besonderen Buch. Das Buch regt einfach zum Nachdenken an und berührt einen tief in der Seele. Es wird wohl immer eine kleine Kostbarkeit sein, denn auch das Format ist besonders, da es nur etwas so groß wie eine Geldbörse ist. 

Das Cover wurde schön und vor allem passend gestaltet. Es ist überwiegend in grün gehalten - die Farbe der Hoffnung. Mittig ist ein rot/pinker Fleck auf dem groß der Titel "In Liebe, Brooklyn" steht.
Im Hintergrund erkennt man immer wieder halb transparent, da es auch in grün gehalten ist, diese Worte, die auch immer wieder in Briefen an Lucca vorkommen.

Fazit:
Die Rezension ist nun ziemlich lang ausgefallen, da ich denke das Buch wird nicht jedem gefallen. Ich empfehle es allen Lyrikliebhabern, die gerne auch Bücher mit tiefgründigeren Themen und versteckter Botschaft mögen. Ich denke, wenn man schon eine Abneigung gegen Lyrik hat und Verse und Strophen hasst, sollte man das Buch nicht unbedingt lesen, aber ihr könnt es ja selbst herausfinden und mich eines besseren belehren, sollte es euch doch besser gefallen. :) Mich hat das Buch jedenfalls vollends überzeugt und hatte auch den gewissen Effekt, der mich geflasht hat und deshalbt hat es die Bewertung auf jeden Fall verdient.


Bewertung:
Ich vergebe unglaubliche 5 von 5 Punkten!

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